Mathematik mit Humor

Der Schriftsteller Mark Twain schrieb in seinen Memoiren: „Als ich 14 war, war mein Vater so dumm, dass ich ihn kaum ertragen konnte. Aber als ich 21 wurde, war ich doch erstaunt, wieviel der alte Mann in 7 Jahren dazugelernt hatte.“ Dieses Zitat persifliert ein Problem, das uns ein Leben lang begleitet. Man sieht immer nur bis zum eigenen Horizont und der Zugewinn an Erkenntnis eröffnet neue Perspektiven auf neue Rätsel. Man wächst an seinen Aufgaben und umgekehrt. Albert Einstein meinte dazu: „Mach dir keine Sorgen wegen deiner Schwierigkeiten mit der Mathematik. Ich kann dir versichern, dass meine noch größer sind.“

Oft lässt sich die Nützlichkeit und Zweckmäßigkeit der Mittel, die es uns ermöglicht haben, eine Strecke zurückzulegen erst in der Retrospektive erkennen. Mit Quatsch Kompetenzen erwerben – so kann man gleichermaßen Spiel und Grundlagenforschung definieren. Warum also beides trennen? Um in die verwirrende Vielfalt unseres Lebens Ordnung und Sinn zu bringen brauchen wir Wahrnehmungsweisen und Werkzeuge wie die Mathematik. Galileo Galilei formulierte das so: „Das Buch der Natur ist in der Sprache der Mathematik geschrieben.“ Dem könnte man mit Karl Kraus entgegnen: „Der Witz umarmt die Wirklichkeit.“ Beide versuchen sich mit ihren Mitteln der Welt zuzuwenden. „Mathematik mit Humor“ sehen wir irgendwo dazwischen angesiedelt.

Zeichnung ist eine weitere Möglichkeit sich der Welt und damit auch der Mathematik zuzuwenden. Das geht auch ohne Graphen und Diagramme. Die Doppelseiten spiegeln den Entstehungsprozess des Buches wider und sind im Dialog beider Disziplinen entstanden. Sowohl Bild als Text haben sich dabei oft von der ursprünglichen Idee weiter- und wegentwickelt, hin zu anfangs nicht geahnten aber auch prägnanteren Positionen. Zwei Seiten einer Medaille.

Georg Glaeser ist Professor für Mathematik und Geometrie an der Universität für angewandte Kunst in Wien, leidenschaftlicher Tierfotograf und Autor zahlreicher Publikationen zu diesen Themen.                                                                  

Markus Roskar ist Zeichner und Illustrator und lehrt an der Universität für angewandte Kunst in Wien.